Gesunde Fertiggerichte: Woran Du sie erkennst

Anna Gellert
Geschrieben von: Nutrition scientist
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Gesundes Fertiggericht: Linsencurry mit Reis und Gemüse im Glasbehälter und angerichtet in einer Schale

Aktualisiert: Oktober 2026

Kurz gesagt: Ja, es gibt gesunde Fertiggerichte, aber Du musst genau hinschauen. Eine kurze Zutatenliste mit erkennbaren Lebensmitteln, wenig Salz (idealerweise unter 1,0 g pro 100 g), wenig Zucker und möglichst wenigen Zusatzstoffen sind die wichtigsten Merkmale. Gemüse und Hülsenfrüchte sollten weit vorn in der Zutatenliste stehen. Stand: Oktober 2026.

Nicht jeden Tag ist Zeit zum Kochen. Fertiggerichte sparen Zeit, sind aber sehr unterschiedlich in der Qualität. Mit ein paar Kriterien findest Du die guten.

Sind Fertiggerichte grundsätzlich ungesund?

Nein, nicht grundsätzlich. Entscheidend ist, wie stark das Produkt verarbeitet ist und was drinsteckt. Ein Gericht aus Gemüse, Hülsenfrüchten und Gewürzen ist etwas anderes als eine Tiefkühlpizza mit viel Salz, Fett und Zusatzstoffen.

Problematisch werden Fertiggerichte meist durch hohe Salz- und Zuckergehalte, billige Fette und lange Zutatenlisten mit Aromen, Geschmacksverstärkern und Emulgatoren. Wer überwiegend davon lebt, nimmt oft zu wenig Ballaststoffe und frische Lebensmittel zu sich. Einen Überblick über typische Ernährungsfehler findest Du in Die Ernährung der Deutschen: Was machen wir falsch?

Worauf achtest Du beim Kauf von Fertiggerichten?

Dreh die Packung um und lies die Zutatenliste und die Nährwerttabelle. Die Zutaten stehen nach Gewicht absteigend, was zuerst steht, ist am meisten drin.

  • Kurze Zutatenliste: Je weniger Zutaten und je mehr davon Du aus der eigenen Küche kennst, desto besser.
  • Gemüse an erster Stelle: Dann besteht das Gericht wirklich daraus.
  • Salz: Die DGE empfiehlt höchstens 6 g Salz pro Tag. Ein Fertiggericht darf nicht schon die Hälfte davon enthalten.
  • Zucker: Herzhafte Gerichte brauchen kaum zugesetzten Zucker. Achte auf Glukosesirup, Dextrose, Maltodextrin.
  • Fett: Hochwertige Öle (Raps, Olive) sind besser als gehärtete Fette oder Palmöl.
  • Zusatzstoffe: Hefeextrakt, Aromen, Geschmacksverstärker und viele E-Nummern sind Hinweise auf starke Verarbeitung.

Welche Werte sind bei Fertiggerichten gut?

Als grobe Orientierung (pro 100 g) kannst Du Dich an der Ampelkennzeichnung aus Großbritannien orientieren, die in Deutschland nicht Pflicht ist, aber gut hilft:

Kriterium Wenig / gut Viel / kritisch
Salz bis 0,3 g über 1,5 g
Zucker bis 5 g über 22,5 g
Gesättigte Fette bis 1,5 g über 5 g
Ballaststoffe über 3 g unter 1 g
Eiweiß über 5 g (Fleisch, Hülsenfrüchte) unter 2 g

Der Nutri-Score auf der Vorderseite kann ein Anhaltspunkt sein, vergleiche aber nur Produkte der gleichen Kategorie. Er ersetzt den Blick auf die Zutatenliste nicht.

Wie sieht eine Checkliste für den Einkauf aus?

Hier eine kompakte Übersicht, die Du im Supermarkt durchgehen kannst:

Frage Gutes Zeichen Warnsignal
Wie lang ist die Zutatenliste? unter 10 Zutaten über 20 Zutaten
Was steht vorn? Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn Zucker, Stärke, Fett
Wie viel Salz? unter 1 g pro 100 g über 1,5 g pro 100 g
Zusatzstoffe? wenige oder keine Aromen, Geschmacksverstärker, Farbstoffe
Welches Fett? Raps-, Olivenöl Palmfett, gehärtete Fette
Wie groß ist die Portion? Angabe pro Portion ist realistisch sehr kleine Portion, damit die Werte besser wirken

Beachte außerdem die Portionsgröße: Manche Hersteller rechnen die Nährwerte für eine Portion, die kaum satt macht.

Welche gesunden Alternativen gibt es zu Fertiggerichten?

Der Mittelweg zwischen Selberkochen und Fertigessen funktioniert oft am besten: vorbereiten, tiefkühlen, Basics kombinieren.

  • Meal Prep: Am Wochenende 2 bis 3 Gerichte vorkochen und portionsweise einfrieren. Wie das geht, erklärt Wie geht Meal Prep? und Meal Prep für Anfänger.
  • Tiefkühlgemüse und Hülsenfrüchte aus dem Glas: Mit Reis oder Nudeln in 15 Minuten ein vollwertiges Gericht.
  • Fertige Suppen: Mit kurzer Zutatenliste sind sie eine schnelle warme Mahlzeit, und die Kriterien oben lassen sich leicht darauf anwenden. Eine Auswahl findest Du in der Suppen-Kollektion von frank.
  • Selbstgemachte Basics: Eine große Portion Tomatensoße, Eintopf oder Dal hält sich im Kühlschrank 3 bis 4 Tage.

Wie stellst Du aus Fertigprodukten eine ausgewogene Mahlzeit zusammen?

Wenn Du doch zum Fertiggericht greifst, kannst Du es mit wenigen Handgriffen aufwerten.

  1. Gib eine Handvoll frisches oder gedünstetes Gemüse dazu (Spinat, Paprika, Brokkoli).
  2. Ergänze Eiweiß: ein Ei, Hüttenkäse, Kichererbsen oder Tofu.
  3. Würze mit Kräutern, Zitrone oder Chili statt zusätzlich Salz.
  4. Iss einen Salat oder ein Stück Obst dazu.
  5. Salze nicht nach, denn Fertiggerichte sind meist schon ausreichend gesalzen.

So wird aus dem schnellen Gericht eine Mahlzeit mit mehr Ballaststoffen und Vitaminen.

Wann sind Fertiggerichte sinnvoll?

Fertiggerichte sind sinnvoll, wenn sie ein Notfall-Plan sind oder wenn sie Dir helfen, überhaupt eine warme Mahlzeit zu essen. Das ist kein Problem, solange sie nicht der Hauptbestandteil Deiner Ernährung werden.

  • An stressigen Tagen, als Reserve im Vorratsschrank oder Gefrierfach.
  • Fürs Büro oder unterwegs, wenn Du sonst nur Snacks essen würdest.
  • Für Menschen, die körperlich nicht gut kochen können und auf Unterstützung angewiesen sind.

Als Faustregel funktioniert: Zwei- bis dreimal pro Woche ein gutes Fertiggericht ist unproblematisch, wenn der Rest der Woche aus frischem Essen besteht.

Was bedeutet 'ohne Zusatzstoffe' auf der Verpackung?

Dieses Label ist rechtlich nicht einheitlich geschützt, und es sagt wenig über die Qualität aus, deshalb lohnt der Blick auf die Zutatenliste. Mit 'ohne Zusatzstoffe' ist meist gemeint, dass keine E-Nummern verwendet wurden, dennoch können Aromen, Hefeextrakt oder Würzmittel enthalten sein.

Auch 'Bio' sagt etwas über die Herkunft der Rohstoffe, aber nichts über Salz, Zucker oder Fettgehalt. Bio-Fertiggerichte können also ebenfalls salzig oder fettreich sein. Die beste Orientierung bleibt die Kombination aus Zutatenliste, Nährwerttabelle und Deinem Bauchgefühl, wie stark das Produkt verarbeitet ist.

Passend dazu von frank.

Wenn Du fertige Suppen ausprobieren möchtest: Im Probierset Soups lernst Du verschiedene Sorten von frank. kennen. Die Zutatenliste steht jeweils auf der Produktseite, prüfe sie wie bei jedem anderen Fertiggericht.

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Häufige Fragen zu Gesunde Fertiggerichte

Welche Fertiggerichte sind am gesündesten?

Am besten schneiden Gerichte mit hohem Gemüse- oder Hülsenfruchtanteil, kurzer Zutatenliste und wenig Salz ab, zum Beispiel Eintöpfe oder Suppen mit einfachen Zutaten.

Wie viel Salz darf ein Fertiggericht enthalten?

Als Richtwert gelten unter 1 g pro 100 g als gut, über 1,5 g pro 100 g als hoch. Insgesamt sollten Erwachsene laut DGE höchstens 6 g Salz pro Tag aufnehmen.

Sind Tiefkühlgerichte besser als Konserven?

Nicht pauschal. Tiefkühlgemüse behält Vitamine oft gut, aber es kommt auf das einzelne Produkt an. Vergleiche immer die Zutatenliste und die Nährwerte.

Kann man sich nur von Fertiggerichten gesund ernähren?

Das ist schwierig. Selbst gute Produkte sollten durch frisches Obst, Gemüse und unverarbeitete Lebensmittel ergänzt werden.

Was ist ein stark verarbeitetes Lebensmittel?

Stark verarbeitet sind Lebensmittel mit vielen Zutaten, die man in der Küche nicht verwendet, etwa Aromen, Emulgatoren oder modifizierte Stärke. Je kürzer die Zutatenliste, desto geringer meist der Verarbeitungsgrad. Das ist eine Faustregel und keine feste Grenze.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung. Bei Beschwerden, Vorerkrankungen, Schwangerschaft oder Medikamenteneinnahme sprich bitte vorher mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin.

Questions this article answers

Sources

  1. DGE: Empfehlungen zur Salzzufuhr
  2. Verbraucherzentrale: Fertiggerichte, Zutatenliste und Nährwertangaben lesen
  3. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Lebensmittelkennzeichnung
Anna Gellert
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