Kaloriendefizit berechnen: So viel darfst Du essen und abnehmen

Anna Gellert
Geschrieben von: Ernährungswissenschaftlerin
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Küchentisch mit Notizbuch, Taschenrechner, Maßband, Haferflocken und frischem Gemüse

Aktualisiert: Oktober 2026

Kurz gesagt: Ein Kaloriendefizit entsteht, wenn Du weniger Energie isst, als Du verbrauchst. Für gesundes Abnehmen nennen NHS und Verbraucherzentrale ein moderates Defizit von etwa 500 bis 600 kcal pro Tag, das entspricht rund 0,5 bis 1 kg Gewichtsverlust pro Woche. So berechnest Du es: Grundumsatz schätzen, mit dem Aktivitätsfaktor zum Gesamtbedarf hochrechnen und davon 500 bis 600 kcal abziehen.

Kaloriendefizit klingt nach Mathe, ist aber in drei Schritten erledigt. Wir rechnen es Dir mit drei Beispielen vor, zeigen Dir, wie viel Defizit sinnvoll ist, und sagen ehrlich, wo die Rechnerei an ihre Grenzen kommt.

Was ist ein Kaloriendefizit?

Ein Kaloriendefizit bedeutet, dass Du über den Tag weniger Energie aufnimmst, als Dein Körper verbraucht. Die Differenz holt sich der Körper aus seinen Reserven. Die Verbraucherzentrale bringt es bei Stoffwechsel-Diäten auf den Punkt: Eine Kalorie bleibt eine Kalorie, und besondere Lebensmittelkombinationen verändern daran nichts.

Das ist keine Aufforderung, jede Kalorie zu zählen. Es heißt nur: Ohne ein Defizit, ob bewusst oder durch Gewohnheiten wie weniger Zwischenmahlzeiten, nimmst Du nicht ab. Wie sich Dein Verbrauch zusammensetzt, erklärt unser Beitrag Wie Du Deinen Stoffwechsel anregen kannst.

Wie berechnest Du Dein Kaloriendefizit in 3 Schritten?

Erstens den Grundumsatz, zweitens den Gesamtbedarf, drittens das Defizit. Der Grundumsatz ist die Energie, die Dein Körper in völliger Ruhe verbraucht. Unser Kalorienrechner nutzt dafür die Formel nach Mifflin und St. Jeor.

  1. Grundumsatz: 10 mal Gewicht in kg, plus 6,25 mal Größe in cm, minus 5 mal Alter, dann plus 5 (Männer) oder minus 161 (Frauen).
  2. Gesamtbedarf: Grundumsatz mal Aktivitätsfaktor (PAL). Fast nur sitzend ist 1,2, überwiegend sitzend 1,4, gehend oder stehend mit etwas Sport 1,6, regelmäßig sportlich 1,8.
  3. Defizit: vom Gesamtbedarf 500 bis 600 kcal abziehen. Das Ergebnis ist Deine Tagesmenge zum Abnehmen.

Der Wert ist eine Schätzung. Prüfe nach zwei bis drei Wochen auf der Waage und im Alltag, ob er passt, und korrigiere ihn dann in kleinen Schritten.

Wie sieht die Rechnung an drei Beispielen aus?

Hier die Rechnung für drei Profile mit überwiegend sitzendem Alltag (PAL 1,4). Die Werte sind gerundet.

Profil Grundumsatz Gesamtbedarf Zum Abnehmen (minus 500 kcal)
Frau, 35 Jahre, 70 kg, 172 cm ca. 1.440 kcal ca. 2.010 kcal ca. 1.510 kcal
Mann, 40 Jahre, 90 kg, 180 cm ca. 1.830 kcal ca. 2.560 kcal ca. 2.060 kcal
Frau, 50 Jahre, 80 kg, 165 cm ca. 1.420 kcal ca. 1.990 kcal ca. 1.490 kcal

Du siehst: Das Defizit ist bei allen gleich, die Zielmenge unterscheidet sich deutlich. Eine pauschale Zahl wie 1.200 kcal für alle gibt es nicht. Gib Deine Werte in den Kalorienrechner ein, um Deine Zahl zu bekommen.

Wie groß sollte das Kaloriendefizit sein?

Der NHS rät, stetig abzunehmen und etwa 0,5 bis 1 kg pro Woche anzupeilen. Die Verbraucherzentrale nennt dafür ein Defizit von etwa 500 bis 600 kcal pro Tag in Kombination mit Verhaltensänderung und Bewegung. Ein größeres Defizit bringt anfangs schneller Gewicht auf die Waage, ein Teil davon ist aber Wasser.

Der NHS warnt ausdrücklich vor Crash-Diäten, weil sie schwer durchzuhalten sind und oft zum Jo-Jo-Effekt führen. Wenn Du sehr viel abnehmen willst, sprich mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt.

Wie setzt Du das Defizit im Alltag um?

Am einfachsten über kleine, dauerhafte Stellschrauben statt über Verzicht. Der NHS empfiehlt, zuckerhaltige Getränke durch Wasser zu ersetzen, Zucker und Fett zu reduzieren, Nährwertangaben zu lesen und Mahlzeiten nicht auszulassen, weil das Heißhunger fördert.

Stellschraube Typische Ersparnis
Zuckergetränke durch Wasser oder ungesüßten Tee ersetzen je nach Getränk 100 bis 200 kcal pro Glas
Portion auf dem Teller etwas kleiner oft 100 bis 200 kcal pro Mahlzeit
Zwischenmahlzeit durch Obst oder Gemüse ersetzen oft 100 bis 250 kcal
20 bis 30 Minuten zügig gehen je nach Gewicht etwa 100 bis 150 kcal

Die Zahlen sind grobe Richtwerte. Mehr Alltagsideen findest Du im Beitrag Grundregeln fürs Abnehmen.

Wann sollte man kein Kaloriendefizit machen?

Nicht empfehlenswert ist ein Defizit in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Essstörungen in Vorgeschichte oder Gegenwart, bei Untergewicht und für Kinder und Jugendliche. Auch bei Diabetes, Herz-, Nieren- und Lebererkrankungen oder regelmäßigen Medikamenten gehört die Planung in ärztliche Hände.

Der NHS rät, bei Verdacht auf eine Essstörung oder wenn Du Unterstützung beim Abnehmen suchst, die Hausärztin oder den Hausarzt anzusprechen.

Wie lange darfst Du im Defizit bleiben?

So lange, bis Du Dein Ziel erreicht hast, aber nicht mit dem Anspruch, jeden Tag perfekt zu sein. Plane gelegentlich Erhaltungsphasen ein, in denen Du Dein Gewicht hältst. Viele halten ein moderates Defizit über Wochen bis Monate gut durch, wenn es nicht zu streng ist und Genuss Platz hat.

Danach geht es um Erhalt: Der Gesamtbedarf aus Schritt zwei ist dann Dein Ziel. Wer wieder in alte Gewohnheiten zurückfällt, nimmt meist wieder zu, das zeigt auch die Verbraucherzentrale beim Jo-Jo-Effekt.

Passend dazu von frank.

Wenn Du einen kurzen Reset als Startpunkt möchtest: frank. Saftkuren liefern je nach Stufe 650 bis 845 kcal pro Tag und eine feste Struktur. Ob das zum Abnehmen taugt, klärt Kann ich mit einer Saftkur abnehmen?

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Häufige Fragen zu Kaloriendefizit berechnen

Wie viele Kalorien muss ich einsparen, um 1 kg abzunehmen?

Eine feste Zahl ist eine Faustregel und individuell verschieden. Praktisch hilft die Orientierung der Verbraucherzentrale: ein Defizit von 500 bis 600 kcal pro Tag führt zu etwa 0,5 bis 1 kg pro Woche, wenn Du es konsequent hältst.

Muss ich Kalorien zählen, um abzunehmen?

Nein, aber ein grober Überblick hilft am Anfang. Viele kommen mit festen Mahlzeiten, kleineren Portionen und weniger Zuckergetränken ohne App aus.

Wie hoch ist mein Grundumsatz?

Das hängt von Gewicht, Größe, Alter und Geschlecht ab. Der Kalorienrechner schätzt ihn mit der Formel nach Mifflin und St. Jeor.

Ist ein Defizit von 1.000 kcal pro Tag sinnvoll?

Für die meisten nicht. Es ist schwer durchzuhalten und kann zu Nährstoffmangel führen. Der NHS rät zu stetigem Abnehmen von 0,5 bis 1 kg pro Woche.

Zählen Getränke beim Kaloriendefizit mit?

Ja, Säfte, Softdrinks, Milchkaffee und Alkohol enthalten Kalorien. Wasser und ungesüßter Tee zählen praktisch nicht.

Wie erkenne ich, ob mein Defizit zu groß ist?

Warnzeichen sind anhaltende Müdigkeit, Schwindel, Heißhunger und Gereiztheit. Dann erhöhe die Menge etwas und sprich bei Zweifeln mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung. Bei Beschwerden, Vorerkrankungen, Schwangerschaft oder Medikamenteneinnahme sprich bitte vorher mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin.

Fragen, die dieser Artikel beantwortet

Quellen

  1. NHS: Overweight and obesity in adults
  2. NHS: 12 tips to help you lose weight
  3. Verbraucherzentrale: Von Stoffwechsel-Diäten bis Trennkost, Erfolgsaussichten und Gefahren
Anna Gellert
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