Aktualisiert: Oktober 2026
Kurz gesagt: Hibiskustee aus den Blüten der Hibiscus sabdariffa ist koffeinfrei und kalorienarm. Studien untersuchen seinen Einfluss auf den Blutdruck, Übersichtsarbeiten sehen eine Senkung bei leicht erhöhten Werten. Wer niedrigen Blutdruck hat, Medikamente nimmt oder schwanger ist, sollte vorher ärztlich Rücksprache halten. Stand: Oktober 2026.
Der rubinrote Tee ist säuerlich und erfrischend. Hier steht, was die Forschung zum Blutdruck sagt, wie Du ihn zubereitest und für wen er nicht passt.
Was ist Hibiskustee?
Hibiskustee wird aus den getrockneten Kelchblättern der Hibiscus sabdariffa gebrüht, auch Roselle oder Karkade genannt. Er ist von Natur aus koffein- und kalorienfrei. Sein Geschmack ist fruchtig-säuerlich, ähnlich wie Cranberry, und die Farbe tiefrot.
Wichtig: Gemeint ist die Sorte sabdariffa. Zierhibiskus aus dem Gartencenter ist nicht gemeint. Die meisten Studien beziehen sich ausdrücklich auf Hibiscus sabdariffa.
Traditionell wird Hibiskus in Ägypten, im Sudan und in Westafrika getrunken, heiß oder gekühlt und oft gesüßt. Bei uns kennst Du ihn vielleicht aus Früchtetee-Mischungen, wo er für die rote Farbe und die Säure sorgt. Reine Hibiskusblüten sind deutlich intensiver als diese Mischungen.
Kann Hibiskustee den Blutdruck senken?
Studien untersuchen genau das. Medical News Today verweist auf eine Übersicht aus dem Jahr 2020, nach der Hibiskustee den systolischen und diastolischen Blutdruck senken konnte. PeaceHealth beschreibt eine Auswertung von fünf randomisierten Studien mit insgesamt 390 Teilnehmenden: Hibiskus senkte erhöhten Blutdruck, besonders bei leicht erhöhten Werten. In direkten Vergleichen war er mit einzelnen Blutdruckmedikamenten vergleichbar.
Das klingt gut, ist aber kein Freibrief. Die Studien sind klein und kurz, die Mengen und Zubereitungen unterschiedlich. Als Ersatz für verordnete Medikamente taugt Hibiskustee nicht. Wer erhöhten Blutdruck hat, spricht Änderungen mit der Ärztin oder dem Arzt ab.
| Quelle | Was untersucht wurde |
|---|---|
| Medical News Today | Übersicht 2020: Blutdruck systolisch und diastolisch gesenkt |
| PeaceHealth | 5 Studien, 390 Teilnehmende, vor allem bei leicht erhöhtem Blutdruck |
Was solltest Du beim Blutdruck im Alltag beachten?
Wenn Du Hibiskustee regelmäßig trinkst und gleichzeitig Deinen Blutdruck messen möchtest, gibt es ein paar einfache Regeln. Das hilft, Veränderungen sauber zu beurteilen und mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen.
| Situation | Was sinnvoll ist |
|---|---|
| Normaler Blutdruck | Tee als Getränk genießen, keine Besonderheiten |
| Leicht erhöhter Blutdruck | Studien untersuchen den Tee hier, Rücksprache mit der Praxis |
| Medikamente gegen Bluthochdruck | vorher ärztlich besprechen, Werte beobachten |
| Niedriger Blutdruck oder Schwindel | eher darauf verzichten |
Miss immer zur gleichen Tageszeit nach fünf Minuten Sitzen und notiere die Werte. So erkennst Du Muster, statt Zufallswerte zu deuten. Und denk daran: Dauerhaft hohe Werte gehören in ärztliche Behandlung, auch wenn Du Tee trinkst.
Welche weiteren Wirkungen werden untersucht?
Medical News Today nennt außerdem Hinweise auf niedrigere LDL-Cholesterinwerte und niedrigere Nüchternglukose sowie erste Daten zum Gewicht, in Kombination mit anderen Pflanzenextrakten. All das sind vorläufige Befunde. Aussagen wie "senkt Cholesterin" wären auf Basis dieser Daten zu stark.
Sinnvoll ist es, Hibiskustee als kalorienarmes, koffeinfreies Getränk zu sehen, das Du statt Softdrinks trinken kannst. Der gesundheitliche Zusatznutzen ist ein Bonus, nicht das Ziel.
Gut zu wissen: Hibiskustee färbt Tassen, Kleidung und Zähne leicht an. Spüle die Tasse zügig aus und trinke ihn nicht aus einer weißen Lieblingsbluse heraus. Das ist banal, spart aber Ärger.
Wie bereitest Du Hibiskustee zu?
PeaceHealth nennt als übliche Menge 1 bis 2 Teelöffel getrocknete Blüten, 2 bis 3 Mal täglich. Übergieße sie mit 250 ml heißem Wasser und lass den Tee 5 bis 10 Minuten ziehen, dann abseihen.
- Heiß: mit Zimt oder Orangenschale.
- Kalt: abkühlen lassen, Eiswürfel und Minze dazu.
- Zu sauer? Mit etwas Apfelsaft mischen oder mit Wasser verdünnen.
Rechenbeispiel: Bei 3 Tassen und je 1,5 Teelöffeln (etwa 1,5 Gramm) verbrauchst Du rund 4,5 Gramm am Tag. Eine 100-Gramm-Packung hält so etwa 3 Wochen. Der Tee eignet sich damit als Alltagsgetränk, ohne dass es teuer wird.
Praktisch heißt das: Wenn Du ein Medikament gegen Bluthochdruck nimmst und plötzlich zusätzlich täglich mehrere Tassen Hibiskus trinkst, ändert sich Deine Gesamtwirkung womöglich, ohne dass Du es merkst. Darum gilt: Sag es der Praxis, bevor Du es zur Gewohnheit machst.
Wer sollte keinen Hibiskustee trinken?
Bei niedrigem Blutdruck ist Vorsicht angebracht, denn der Tee könnte ihn weiter senken. Das gilt auch, wenn Du blutdrucksenkende Medikamente oder Entwässerungsmittel nimmst. Medical News Today nennt zudem mögliche Wechselwirkungen mit Paracetamol und Diuretika. PeaceHealth erwähnt Hydrochlorothiazid: Gemeinsam eingenommen könnten sich Wirkung und Nebenwirkungen verstärken.
In der Schwangerschaft ist die Sicherheit nicht geklärt. Hibiskus enthält pflanzliche Östrogene, die den Hormonhaushalt beeinflussen könnten. Frag deshalb vorher Deine Ärztin oder Deinen Arzt. Das gilt ebenso für Stillzeit und hormonabhängige Erkrankungen.
Hinweis zur Qualität: Kaufe lieber lose Blüten oder reinen Hibiskustee als Mischungen mit viel Zuckerzusatz oder Aromen. Auf der Packung sollte Hibiscus sabdariffa stehen. So weißt Du, was Du trinkst, und kannst die Menge besser einschätzen, die Du über den Tag zu Dir nimmst.
Wie viele Tassen Hibiskustee am Tag sind sinnvoll?
Eine feste, geprüfte Obergrenze gibt es nicht. Als vernünftige Orientierung gelten die 2 bis 3 Tassen pro Tag, die auch in der Literatur genannt werden. Wenn Du Schwindel, Kopfschmerzen oder Magenbeschwerden bekommst, reduziere die Menge oder pausiere.
Wer vor einer Operation steht, sollte dem Arzt sagen, dass er Hibiskustee trinkt. Das gilt grundsätzlich für alle Kräuter und Nahrungsergänzungen. Auch als Kaltgetränk ist der Tee ein guter Durstlöscher, solange er nicht stark gesüßt wird.
Welche Tees passen noch zu Deinem Alltag?
Hibiskus ist eine saure, fruchtige Variante. Wenn Du es milder magst, passen Kräutermischungen mit Fenchel, Kamille oder Zitronengras. Mehr zu Tee im Alltag und beim Fasten findest Du in Tee zum Fasten. Für Hintergründe zu Pflanzenstoffen lohnt Sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Wirkung.
Ein Tagesbeispiel: morgens Wasser, vormittags Kaffee, nachmittags ein Glas kalter Hibiskustee, abends ein milder Kräutertee. So wechselst Du Geschmack und Wirkstoffe ab.
Wer den Tee kalt trinkt und dabei auf Zucker verzichtet, spart Kalorien gegenüber Limonaden. Ungesüßter Hibiskustee enthält praktisch keine Kalorien, ein gesüßtes Fertiggetränk dagegen oft einen großen Teil Deines Tageslimits an freiem Zucker.
Passend dazu von frank.
Einen Hibiskustee haben wir nicht im Sortiment. Wenn Du Abwechslung zu Tee suchst, schau in unsere Bio Tees: lose Kräutertees, 100 g Packung ab 15 EUR (Stand Oktober 2026). Zutaten und Hinweise stehen auf den jeweiligen Produktseiten.
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Häufige Fragen zu Hibiskustee
Senkt Hibiskustee den Blutdruck?
Studien untersuchen das und sehen bei leicht erhöhtem Blutdruck eine Senkung. Die Datenlage ist begrenzt, ein Ersatz für Medikamente ist der Tee nicht.
Wie viel Hibiskustee darf ich am Tag trinken?
Üblich sind 1 bis 2 Teelöffel Blüten pro Tasse, 2 bis 3 Mal täglich. Eine geprüfte Obergrenze gibt es nicht.
Ist Hibiskustee in der Schwangerschaft erlaubt?
Die Sicherheit ist nicht geklärt. Sprich vorher mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt.
Kann ich Hibiskustee bei niedrigem Blutdruck trinken?
Hier ist Vorsicht geboten, weil der Tee den Blutdruck weiter senken könnte. Frag vorher ärztlich nach.
Enthält Hibiskustee Koffein?
Nein, reiner Hibiskustee ist koffeinfrei und praktisch kalorienfrei.
Wie lange muss Hibiskustee ziehen?
Etwa 5 bis 10 Minuten. Je länger, desto kräftiger und saurer wird der Geschmack. Mit Zimt, Orangenschale oder etwas Apfelsaft lässt sich die Säure abmildern.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung. Bei Beschwerden, Vorerkrankungen, Schwangerschaft oder Medikamenteneinnahme sprich bitte vorher mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin.





















































