Hunger und Appetit aus ernährungspsychologischer Sicht

Wie bereits im vorherigen Post gelernt, entsteht deine Motivation durch extrinsische und intrinsische Anreize. Hunger und Appetit sind beides Motive, die aus deinem Inneren (also intrinsisch) heraus entstehen. Deshalb sind sie auch beide unglaublich stark und es ist hart, ihnen zu widerstehen.

Wir essen, weil wir glücklich, traurig oder eben gelangweilt sind und in die Küche schleichen. Wir essen, weil wir Appetit auf einen bestimmten Geschmack haben, aus Gruppenzwang („weil halt gerade Alle essen“) und weil uns der Duft aus der Imbissbude Wasser im Mund zusammenlaufen lässt.
Haben wir in diesen Momenten auch wirklich Hunger?
Nein.
Und genau das ist unser großes Problem: Wir finden zahlreiche Gründe, wieso wir gerade Lust auf Essen haben und achten nicht auf unsere körperlichen Signale, die uns ganz genau zeigen, ob unser Körper im Moment Nährstoffe benötigt (Hunger!) oder eben nicht (Appetit!).

Wetten, dass…

…zwischen der Entdeckung des Muffins in der Küche bei Langeweile und dem Wurf der leeren Verpackung in den Mülleimer keine 10 Minuten liegen? Glaubst du nicht? Wir schon. Die Gurke daneben lässt du dagegen liegen.

Was bestimmt unser Essverhalten?

Verantwortlich für unser Essverhalten (dazu gehört auch der Hunger und Appetit) ist das komplexe Wechselspiel unserer Verdauungsorgane und unserem Gehirn.

Neuronale und hormonelle Signale aus unserem Magen-Darm-Trakt werden zu unseren Gehirnarealen (Hypothalamus und die Medulla oblongata) geleitet, die uns über den Grad der Sättigung informieren.

Nehmen wir mithilfe unserer Sinne Essen wahr (durch Gerüche, den Anblick usw.), werden die elektrischen Signale zum viszeralen sensorischen Cortex, einem Bereich der Hirnrinde geleitet. Dieser ist eng mit unserem Belohnungssystem im Gehirn verschaltet: Es steuert das motivierte Verhalten und damit auch die Handlung der Nahrungsaufnahme und schenkt uns die Zufriedenheit am guten Geschmack – ganz egal, ob wir wirklich hungrig sind, oder nur Lust auf Essen haben.

Essverhalten

Was bringen uns jetzt diese Erkenntnisse über Hunger und Appetit?

Viele von uns tun sich schwer, Appetit von Hunger zu unterscheiden. Wir essen, obwohl unser Körper keine Nahrungsenergie benötigt. Wird dieses Verhalten zur Gewohnheit, droht Übergewicht.

Frage dich, ob dein aktuelles Essverhalten intrinsisch oder extrinsisch motiviert ist. Auch bei einer Ernährungsumstellung ist dieser Punkt ausschlaggebend für deinen Erfolg! Sei dir bewusst, in welcher Situation du zu welchem Nahrungsmittel greifst, um aktiv dagegen vorzugehen. Halte einen Moment inne und überlege im Voraus, ob du wirklich hungrig bist!

Unser Lifehack für dich, um Hunger und Appetit besser zu unterscheiden

Um herauszufinden, ob du wirklich hungrig bist, brauchst du dir nur folgende Frage stellen: „Würde ich jetzt eine Gurke pur essen, wenn ich eine hätte?“ Wenn du diese Frage mit „JA“ beantwortest, hast du wahrscheinlich Hunger. Wenn nicht, dann hast du nur Appetit!

Hunger und Appetit unterscheiden lernen mit intermittierendem Fasten

Für alle Lustesser unter uns: Zahlreiche Fastende berichten von einer stark verbesserten Regulation zwischen Hunger, Appetit und Sättigung nach einer Fastenperiode. Das intermittierende Fastenprogramm von Frank Juice sowie jegliche Form von Saftkuren können helfen, Körpersignale besser zu beachten. Schaut doch gleich mal HIER vorbei!