Stress im Beruf, Ärger mit dem Liebsten oder der Liebsten, oder doch einfach einsam und Lieferdienst und Netflix stehen schon in den Startlöchern. So oder so, man isst aus einer bestimmten Gefühlslage heraus – auch bekannt als emotionales Essen.

Emotionales Essen ist für die meisten kein Fremdwort mehr. Zumal 30% der Deutschen zu den emotionalen Essern zählen. Was genau emotionales Essen bedeutet und was dahinter steckt werden wir im folgenden Blogbeitrag beleuchten.

Was ist emotionales Essen?

Was genau bedeutet eigentlich emotionales Essen. Man kann es sich fast denken, das Verlangen etwas zu essen wird von einer bestimmten vorgelagerten Gefühlslage getriggert.

Unterschieden werden muss also zwischen dem normalen Hunger und dem emotionalen Hunger.

Der normale Hunger stellt sich dann ein wenn dein Körper, den du dir wie einen kleinen Motor vorstellen kannst, keinen Antriebsstoff mehr hat. Sprich, die Reserven müssen aufgefüllt werden durch nährstoffreiche Lebensmittel. Sobald die Reserven wieder aufgefüllt sind, geht es uns besser und wir sind bereit uns in ein nächstes Abenteuer zu stürzen. 

Der emotionale Hunger unterscheidet sich insofern von dem normalen Hunger, als dass dieser auch dann auftritt wenn wir satt sind, und eigentlich keine Reserven mehr aufzufüllen sind. 

Aber warum essen dann so viele obwohl sich kein Hungergefühl eingestellt hat.

Das liegt daran, dass unser Körper in dem Moment nicht nach Essen verlangt sondern vielmehr nach dem, was er unterbewusst mit einem bestimmten Essen assoziiert. Das kann zum einen evolutionär bedingt sein, oder unterbewusst gespeicherte Verhaltensmuster treten zu Tage.

Was kompensiert man mit Essen?

Gehen wir zurück in die Evolution, als Babys werden wir von der Mutter mit (süßer) Muttermilch gefüttert. Schon früh lernen wir also, dass etwas Süßes oftmals mit Geborgenheit, Trost und Zuflucht zu tun hat. Fühlen wir uns also alleine, unverstanden oder generell einfach nicht besonders gut, ohne bewusst einen bestimmten Grund benennen zu können, suchen wir den Trost in etwas Süßem. Schließlich vermittelt uns dies ein bestimmtes Geborgenheitsgefühl

Ebenso wird der Griff nach etwas Süßem dadurch bedingt, als dass wir es mit einer tröstenden oder auch einfach schönen Erinnerung aus der Vergangenheit in Verbindung bringen. Wer erinnert sich nicht an seine Kindheit zurück, dass auf ein tröstendes Wort von der Oma nicht allzu selten ein Lolli oder ein Schokoriegel folgte.

Fühlen wir uns also nicht gut, fallen wir selbst in die Rolle des Trösters und trösten uns eben mit etwas Süßem, das uns direkt besser fühlen lässt. Handelt es sich hierbei um eine Ausnahme stellt das erstmal kein Problem dar, problematisch wird es aber dann wenn sich aus diesem Verhalten ein Mechanismus heraus bildet, der zu einer Sucht führen kann. 

Das ist insofern bedenklich, als dass man dieser Sucht tagtäglich begegnen wird. Schließlich müssen wir allein schon dem “normalen Hunger” geschuldet, täglich etwas Nahrhaftes zu uns führen. Mit anderen Worten werden wir also auch täglich mit dem “Essen” in der einen oder anderen Weise konfrontiert.

Was kann man gegen emotionales Essen machen?

Da man natürlich an stressigen Tagen oder generell emotional aufreibenden Tagen nicht immer auf das Essen verzichten kann ist es sinnvoll sich mit den Ursachen zu beschäftigen. Aus diesen Ursachen kann man dann ganz individuelle Maßnahmen ableiten, was man macht um das emotionale Essen zu vermeiden.

Strategien gegen emotionales Essen

Der erste Schritt wird es sein, dich deiner unterbewussten Verhaltensmuster bewusst zu machen. Hierbei überlegst du dir zu welchem Zeitpunkt in der Vergangenheit du nur allzu gerne zu etwas Süßem oder generell Fettreichen statt zu etwas Gesundem zurückgegriffen hast. Unterscheide hier aber, ob du dich bewusst für dieses Essen entschieden hast oder aber ob es aus einer Art Zwang heraus geschah, was dazu führte, dass du dich im Anschluss nicht gut gefühlt hast. 

Kennst du erstmal deine eigenen Triggerpunkte, und welche Situationen diese begünstigen kannst du dir Maßnahmen überlegen diesen Triggerpunkten sinnvoll entgegenzuwirken

Kleiner Tipp, versuche es mal unter Zuhilfenahme eines (Ernährungs)-Tagebuchs. Vermerke hier wann du was isst, wie du dich dabei fühlst und auch wie die äußeren Umstände in diesen Momenten aussahen. 

Warst du gestresst, weil eine wichtige Abgabe kurz bevor stand? Hattest du Ärger mit einem deiner Liebsten oder warst du alleine zu Hause und hast dich an die üppige Hausmannskost deiner Oma und somit an gute gemeinsame Zeiten zurückerinnert.

Was es auch war und so simpel sich dieser Tipp anhören mag, mache dich deiner eigenen Triggerpunkte bewusst, du wirst in jedem Fall ein Muster erkennen können. Hast du dieses Muster erst einmal identifizieren können und kannst es in Worte fassen, hast du schon viel geschafft. Du hast das Unterbewusste in das Bewusste oder vielmehr in dein Bewusstsein geholt. Nun wo du dir über deine Triggerpunkte und daraus resultierenden Verhaltensmuster, dem Essen aus Frust oder dem Stress essen, bewusst bist, kannst du auch aktiv dagegen vorgehen. 

Überlege dir nun Alternativen mit denen du dich mittel- und vor allem langfristig besser fühlen wirst. Du fühlst dich alleine, greife zu einem Telefon und rufe jemanden an. Es ist stressig und du weißt nicht wie du die kommenden Aufgaben bewältigen sollst, schreibe sie nieder und gehe im Anschluss an die frische Luft. Egal wie deine eigene Strategie auch aussehen mag, mache dir zu jedem Zeitpunkt bewusst, du hast die Feder in der Hand und bist der Autor deines eigenen Buches namens Leben. 

Emotionales Essen – Du bist nicht allein

Zu guter Letzt, lass dir sagen du bist nicht allein mit diesem Thema. Wir alle haben sicher schon viele Momente in unserem Leben erlebt, in denen es nicht so lief wie wir uns das vorgestellt hätten und noch weniger war unsere Reaktion darauf rational oder gar wohlüberlegt. Aber die Vergangenheit bestimmt nicht dein Tun im Hier und Jetzt. Es wird sicher dauern alte Verhaltensmuster wie das emotionale Essen zu überwinden. Sicher wird man auch von Zeit zu Zeit wieder in alte Muster zurückfallen, das ist natürlich und nicht schlimm, solange du dir bewusst vor Augen führst, dass du einen Prozess gehst und jeder Prozess und jeder Weg Höhen und Tiefen hat.